{"id":218,"date":"2022-08-06T09:48:15","date_gmt":"2022-08-06T09:48:15","guid":{"rendered":"http:\/\/5seenhonig.com\/?p=218"},"modified":"2022-08-06T09:48:16","modified_gmt":"2022-08-06T09:48:16","slug":"bienen-im-sommer-spaetsommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5seenhonig.com\/?p=218","title":{"rendered":"Bienen im Sommer \/ Sp\u00e4tsommer"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr uns ist ab Juli Hochsommer, f\u00fcr die Bienen beginnt schon der Winter.<\/p>\n<p>So kategorisch stimmt es nicht &#8211; auch f\u00fcr die Bienen ist im Juli \/ August Sommer. Sie fangen jedoch ab der Sommersonnenwende am 21. Juni an, ihre Brutt\u00e4tigkeit allm\u00e4hlich zu reduzieren. Lediglich die Jungv\u00f6lker, welche noch keinen gro\u00dfen Brutbestand haben, br\u00fcten jetzt mit voller Leistung, um bis zum Winter gro\u00dfe Einheiten aufzubauen. Der R\u00fcckgang der Brut erfolgt langsam und vorerst merkt der Imker nicht viel davon. Geht es auf Ende August zu, kann man aber sehen, dass z.B. die Brut nur noch auf 2 bis 4 Gro\u00dfwaben angelegt wird, statt auf 5 bis 7 Waben Anfang Juni. Aber nicht nur die Brut wird reduziert, es passiert noch mehr, was auf eine Wintervorbereitung schlie\u00dfen l\u00e4sst:<\/p>\n<ul>\n<li>Abtrieb der Drohnen (Drohnenschlacht)<\/li>\n<li>Futtersuche wird intensiviert<\/li>\n<li>verst\u00e4rkte Futtereinlagerung<\/li>\n<li>Organisation der Struktur f\u00fcr den Wintersitz<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im August werden die Drohnen aus dem Bienenvolk entfernt. Die Arbeiterinnen zerren diese aus dem Volk und lassen sie nicht mehr zur\u00fcck. Die Drohnen verhungern und \/ oder werden zum Vogelfra\u00df. Hier ist die Natur zielorientiert und praktisch &#8211; man braucht keine Drohnen f\u00fcr die \u00dcberwinterung der V\u00f6lker!<\/p>\n<p>Ab Juli werden die Trachtspender rar, d.h., die Bienen finden i.d.R. nur noch wenig Sommerbl\u00fcher, die Nektar liefern. Aufmerksame Zeitgenossen mit Garten pflegen Sommer- und Herbstbl\u00fcher f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Insekten, da jetzt die Massentrachten vorbei sind. Um so mehr suchen die Bienen nach Gelegenheiten und grasen alles ab, was erreichbar ist. Dabei kann es zu einem Ph\u00e4nomen kommen, das den Imkern gro\u00dfe Sorgen bereitet &#8211; <strong>R\u00e4uberei<\/strong>. Wer sucht, der findet! Auch schw\u00e4chere V\u00f6lker sind eine Nahrungsquelle, wenn sie sich nicht oder ungen\u00fcgend verteidigen. Da sind nicht nur Bienen unterwegs, sondern auch Wespen, die gro\u00dfen Hunger haben. Wurde ein Volk erst einmal als Kandidat ausgemacht, hat es kaum eine Chance sich gegen die Eindringlinge zu wehren; denn sie kommen zuhauf! Als Imker kann man Hilfestellung leisten und die Flugl\u00f6cher einengen, damit diese besser verteidigt werden k\u00f6nnen. An der Art und Weise der Verteidigung erkennt man, ob ein Volk gesund und stark ist oder ob es Probleme hat, um die man sich k\u00fcmmern muss (Krankheiten, K\u00f6niginverlust, Parasitenbefall &#8211; Varroa). Im ung\u00fcnstigsten Fall muss das ber\u00e4uberte Volk aus dem Flugkreis entfernt werden (&gt; 3 km weg aufstellen). Dazu ben\u00f6tigt man einen zweiten Standort.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise wird im Juli der Sommerhonig geerntet. Dies muss mit Bedacht erfolgen, nicht nur wegen der vorbeschriebenen R\u00e4ubereigefahr. Entnimmt man einem gro\u00dfen Bienenvolk den gesamten Honig, so bleiben nur geringe Restmengen an Nektar \u00fcbrig, die im Brutnest &#8222;zum sofortigen Verbrauch&#8220; gelagert werden. Das reicht nur f\u00fcr Tage &#8211; danach m\u00fcssen die Bienen hungern. Zur Vermeidung dessen, wird bei der Sommerhonigernte grunds\u00e4tzlich in den folgenden Tagen gef\u00fcttert &#8211; mit Zuckerwasser, Zuckersirup oder Futterteig. Die Bienen nehmen das Futter sofort auf und lagern es direkt um die angelegte Brut ein. Weiterhin sammeln sie verst\u00e4rkt Pollen, wenn Sommerbl\u00fcher vorhanden sind. Dieser wird gebraucht, um das Volk &#8222;in der Brut zu halten&#8220;. Sind keine Pollenspender erreichbar, wird das Brutgesch\u00e4ft eingestellt, d.h., die Larven werden ausgefressen und verdeckelte Brut bis zum Schlupf gew\u00e4rmt, w\u00e4hrend die K\u00f6nigin aus der Eilage geht. Das hat zur Folge, dass die k\u00fcnftige Aufzucht der Winterbienen reduziert erfolgt; denn es fehlt an Bienen! Das verdeutlicht die Notwendigkeit von sommer- und sp\u00e4tbl\u00fchehenden Pflanzen als Pollenspender f\u00fcr die Bienen.<\/p>\n<p>Der Bienensitz vor der Honigernte und danach bleibt generell gleich, jedoch \u00e4ndert sich in meiner Betriebsweise mit dem Dadant-Beutensystem jetzt etwas entscheidend: Die Vorratshaltung wird aus der Vertikalen (Honigr\u00e4ume oberhalb des Brutnests) in\u00a0 die Horizontale verschoben. Nach der Honigernte wird vor der anschlie\u00dfenden F\u00fctterung die Wabenzahl im Brutraum von 6 bis 7 Waben St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck &#8211; verbunden mit jedem Futtersto\u00df &#8211; auf 10 bis 11 Waben erweitert. Dies erfolgt durch Einh\u00e4ngen von sog. Mittelw\u00e4nden, d.s. gepr\u00e4gte Wachsplatten aus rezyklisiertem Eigenwachs der Bienen, die unter F\u00fctterung von den Bienen zu Waben ausgebaut werden. Dort hinein lagern sie das angebotene Futter. Weiterhin wird das Futter permanent in die N\u00e4he des Brutnests, dem Hauptbienensitz gebracht, wo es teilweise verbraucht wird. W\u00e4hrend dieser Umlagerungsprozesse spalten die Bienen durch die Aufnahme des Futters und Weitergabe an Artgenossinnen mithilfe des Enzyms Diastase den Haushaltszucker in dessen Bestandteile &#8211; Fruchtzucker und Traubenzucker auf. Ist das Futter &#8222;reif&#8220;, wird es in den Waben mit einem Wachsdeckel versehen, um es zu konservieren. Diese Vorr\u00e4te garantieren den Bienen das \u00dcberleben im Winter und fr\u00fchen Fr\u00fchjahr. Der gesamte Prozess der Strukturierung des Wintersitz&#8216; dauert Wochen. Es ist ein dynamischer Prozess, da parallel zur Einlagerung von Futter immer noch gebr\u00fctet wird und f\u00fcr diesen Vorgang ausreichend Platz f\u00fcr die Eiablage der K\u00f6nigin vorgehalten werden muss. Weiterhin lagern die Bienen immer noch Pollen um das Brutnest ein, der dort umgehend verbraucht wird. All&#8216; das &#8222;managen&#8220; die Bienen \u00fcber die Zeit von August bis Oktober St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck.<\/p>\n<p>Die F\u00fctterung sollte bis Ende September vollst\u00e4ndig sein, d.h., jedes Volk erh\u00e4lt mind. 15 kg Zucker\u00e4quivalente in Form von Sirup oder Zuckerl\u00f6sung. Zur Kontrolle wird immer wieder jedes Volk einzeln gewogen. Ein Endgewicht von 35 bis 40 kg pro Beute inkl. Bienen, Futter und Waben sollte bis Oktober gegeben sein.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Zum Thema Varroabehandlung im Sommer kommt eine separate Beschreibung&#8230;<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr uns ist ab Juli Hochsommer, f\u00fcr die Bienen beginnt schon der Winter. So kategorisch stimmt es nicht &#8211; auch f\u00fcr die Bienen ist im Juli \/ August Sommer. Sie fangen jedoch ab der Sommersonnenwende am 21. Juni an, ihre Brutt\u00e4tigkeit allm\u00e4hlich zu reduzieren. 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