{"id":250,"date":"2023-06-17T16:08:43","date_gmt":"2023-06-17T16:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/5seenhonig.com\/?p=250"},"modified":"2023-08-07T16:46:04","modified_gmt":"2023-08-07T16:46:04","slug":"fruehjahrshonig-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5seenhonig.com\/?p=250","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrshonig 2023"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Das Fr\u00fchjahr begann kalt und nass und der Winter wollte nicht weichen. Die Bienen verlie\u00dfen im M\u00e4rz \/ April ihre Kisten meist um die Mittagszeit und stellten Sammelfl\u00fcge schon fr\u00fch wieder ein; denn es war einfach zu kalt. Zu kalt &#8211; nicht f\u00fcr die Bienen aber f\u00fcr die Bl\u00fcten, die Nektar erst ab ca. 15 \u00b0C produzieren. So sammelten die Bienen \u00fcberwiegend Pollen von Fr\u00fchbl\u00fchern und nutzten die noch vorhandenen Vorr\u00e4te aus dem eingelagerten Futter des vorigen Sp\u00e4tsommers f\u00fcr die Brutpflege.<\/p>\n<p>Erst Ende M\u00e4rz \/ Anfang April wurde es etwas w\u00e4rmer, jedoch gab&#8217;s nur tageweise mal Sammelfl\u00fcge zu den wei\u00dfbl\u00fchenden Kirschpflaumen und den fr\u00fchen Weiden. Die Entwicklung war dennoch au\u00dferordentlich dynamisch, d.h., die Brutnester wurden schnell gr\u00f6\u00dfer und es schl\u00fcpften immer mehr Jungbienen, die wiederum die nachwachsende Brut pflegten. Noch bis Mitte April musste diese Entwicklung mittels Zusatzf\u00fctterung unterst\u00fctzt werden &#8211; die Bienen erhielten Futterteig, damit sie nicht Hunger leiden mussten. Futterteig besteht \u00fcberwiegend aus feinverteiltem Zucker und Wasser. Dies verwerten die\u00a0 Bienen, indem sie Wasser holen und den Zucker aufl\u00f6sen, so dass er als Nahrung genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Ende April, schlie\u00dflich, wurde es w\u00e4rmer und infolge der geschilderten Entwicklung hatten die V\u00f6lker insgesamt eine beachtliche St\u00e4rke erreicht, so dass sie mit vielen Individuen die nun erbl\u00fchende Natur nutzen konnten und ersten Nektar eintrugen.<\/p>\n<p>Im Mai setzte sich die warme Witterung fort und die Bl\u00fctenpracht wurde zunehmend \u00fcppiger. Die V\u00f6lker begannen zu sammeln, besonders am nun erbl\u00fchten Raps, der reichlich um die Stadtheider Region angebaut wurde. Aber nicht nur Raps &#8211; Ahornbl\u00fcten, Schlehen, Kirschen und andere Obstb\u00e4ume standen nacheinander in Vollbl\u00fcte und wurden flei\u00dfig beflogen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der V\u00f6lker war so dynamisch, dass gut 1\/4 in Schwarmstimmung gerieten. Dabei setzen sie sog. Weiselzellen an, in denen neue K\u00f6niginnen gebildet werden. Um die Schwarmneigung zu b\u00e4ndigen, muss der Imker alle 5 bis 7 Tage die V\u00f6lker durchsehen und solche Zellen entfernen; denn ohne neue K\u00f6nigin schw\u00e4rmt i.d.R. kein Volk ab. Letztlich war dies eine herausfordernde Zeit bis Ende Mai, erforderte intensive Betreuung.<\/p>\n<p>Die Schwarmneigung von Bienenv\u00f6lker ist eine genuine Eigenschaft f\u00fcr deren nat\u00fcrliche Vermehrung. Der Honiggewinnung ist es jedoch abtr\u00e4glich, weil ein substanzieller Teil des Volkes abgeschw\u00e4rmt ist und dann die Sammelkapazit\u00e4t drastisch sinkt. Weiterhin ist es f\u00fcr die Bienen aufgrund der Milbenbefallsproblematik (Varroa) meist ein t\u00f6dliches Unterfangen: Der Schwarm findet eine neue Behausung, kommt ggf. \u00fcber den ersten Winter, verendet dann aber im n\u00e4chsten Sp\u00e4tsommer, weil keine Varroareduktion durch Imker erfolgt und die Parasiten den Bienen den Garaus machen. Somit ist es aus imkerlicher Sicht eine Pflicht, abgeschw\u00e4rmte Bienen einzufangen, ihnen eine neue Behausung zu geben und diese V\u00f6lker entsprechend zu pflegen.<\/p>\n<p>Per Ende Mai brach die Schwarmneigung von einer Woche zur anderen ein. Ursache daf\u00fcr war die Anfang Juni einsetzende Tracht von Honigtauhonig, der offenbar durch st\u00e4rkeren Lausbefall von Hartriegel, Ahorn und anderen Pflanzen zustande kam. Das kalte Fr\u00fchjahr stellt g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr die Entwicklung von L\u00e4usen dar, weil die Jungtriebe der Pflanzen sich langsam entwickeln und so den L\u00e4usen die M\u00f6glichkeit geben, in die noch nicht verholzten jungen Triebe zu stechen und dort den st\u00e4rkehaltigen Saft (Phloem-Saft), der in die Wurzeln transportiert wird, zu saugen und durch enzymatische Spaltung der St\u00e4rke in Traubenzucker (Glukose) diese als Nahrung zu nutzen. Es wird dann soviel Zuckersaft produziert, dass die L\u00e4usekolonie auf dem Zuckersaft schwimmt und dass Ameisen, Bienen, Junik\u00e4fer u.a. sich daran bedienen und\/oder die Bl\u00e4tter ganz klebrig werden, wenn es heruntertropft. Dieser Nektar unterscheidet sich z.B. von dem hellen Bl\u00fctennektar, z.B. von Wei\u00dfdorn oder Robinien, die im Juni bl\u00fchen. Die Bienen erzeugen daraus einen dunkleren sog. Honigtauhonig mit w\u00fcrziger, malziger Note, den es nicht jedes Jahr gibt; es ist eher eine Ausnahme in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Der erste Fr\u00fchjahrshonig wurde geerntet und geschleudert. Er besteht im Wesentlichen aus Nektar von Ahorn, Raps, alle Arten von Kirschen (auch Lorbeerkirschen, die gerne als Hecken gepflanzt werden) und anderen Obstbl\u00fcten sowie fr\u00fchbl\u00fchenden Thymianarten u.a. Kr\u00e4uterpflanzen, die in G\u00e4rten wachsen. Der Honig wird nach der Gewinnung aus den Waben gesiebt und zu einer cremigen Konsistenz verarbeitet, was nicht immer einfach ist und viel Erfahrung und Fingerspitzengef\u00fchl erfordert.<\/p>\n<p>Der o.g. Honigtauhonig wird im Juni geerntet und entsprechend weiterverarbeitet.<\/p>\n<p>Fr\u00fchjahrshonig mit Rapsanteilen wird bis Ende Juni als cremiger Honig im Glas verf\u00fcgbar sein, der Honigtauhonig sollte etwa bis Mitte August im Glas sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-245\" srcset=\"https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-300x225.jpg 300w, https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-768x576.jpg 768w, https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/5seenhonig.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20221104_151806-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Fr\u00fchjahr begann kalt und nass und der Winter wollte nicht weichen. 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