{"id":56,"date":"2018-01-24T15:06:17","date_gmt":"2018-01-24T15:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/5seenhonig.com\/?p=56"},"modified":"2021-12-23T14:18:45","modified_gmt":"2021-12-23T14:18:45","slug":"die-westlichen-honigbienen-apis-mellifera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5seenhonig.com\/?p=56","title":{"rendered":"Die westlichen Honigbienen (Apis mellifera)"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; sind eine faszinierende Spezies &#8211; aufgrund einer \u00fcber Jahrmillionenen entwickelten inneren Organisation der Bienenv\u00f6lker. Sie ist das einizige Tier, welches f\u00e4hig ist, ihre notwendigen Lebensgrundlagen &#8222;aus sich selbst heraus&#8220; verf\u00fcgbar zu machen, abgesehen von einer \u00e4u\u00dferen Schutzbehausung (Baum- oder andere H\u00f6hlen).<\/p>\n<p>Honigbienen leben in sog. Kolonien von ca. 5000 bis 50.000 Individuen &#8211; je nach Jahreszeit. Ein gesundes Volk hat i.d.R. eine einzige begattete K\u00f6nigin, die f\u00fcr Nachkommen sorgt. Der Hauptteil der Population besteht aus sog. Arbeiterinnen, die physiologisch einer K\u00f6nigin \u00e4hneln, jedoch keine voll funktionsf\u00e4higen Geschlechtsorgane besitzen. Sie halten die Entwicklung des Volkes aufrecht, ern\u00e4hren und w\u00e4rmen die Brut, sorgen f\u00fcr den Aufbau von Waben, sammeln Vorr\u00e4te und betreuen die beiden geschlechtlichen Teile des Volkes &#8211; die K\u00f6nigin und die m\u00e4nnlichen Drohnen. Letztere entstehen erst unter sehr reichhaltigen Umweltbedingungen, z.B. von April bis Juli aus unbefruchteten Eiern der K\u00f6nigin. Arbeiterinnen entwickeln sich aus befruchteten Eiern der K\u00f6nigin (s.u. Genetik).<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt;\"><strong>Die &#8222;Wohnung&#8220;<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Bienen erzeugen Bienwachs in den sog. Wachsdr\u00fcsen auf der Unterseite ihres Hinterleibs und bauen daraus &#8211; je nach Bedarf &#8211; die bekannte Wabenstruktur auf. Diese bildet einerseits &#8222;Heimat und Wohnung&#8220; der Bienen, andererseits die Brutst\u00e4tte f\u00fcr die Nachkommen und schlussendlich Lagerraum f\u00fcr die notwendige Vorratshaltung. Neben diesen Grundfunktionen hat die Wabenstruktur noch weitere Funktionen, die bis heute Gegenstand von Wissenschaft und Foschung sind.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt;\"><strong>Entwicklung im Jahreslauf<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Nach der Sommersonnenwende Ende Juni beginnt bei den Honigbienen die <strong>Vorbereitung auf den kommenden Winter<\/strong>. Die Tage werden zuerst unmerklich, im Verlauf des Julis aber schon merklich k\u00fcrzer und bewirken somit eine Ver\u00e4nderung im Verhalten des Bienenvolks: Die Brutanlage wird sukzessive vermindert und die gesammelten Vorr\u00e4te werden zunehmend zentral um das schrumpfende Brutnest (s.u.) eingelagert.<\/p>\n<p>Um diese Zeit ist es wichtig, dass die Brut optimal versorgt wird; denn es entwickeln sich im August bis Oktober die sog. <strong>Winterbienen.<\/strong> Sie bringen das Volk \u00fcber den Winter und versorgen im fr\u00fchen Fr\u00fchjahr die erste Brut. Das Brutgesch\u00e4ft wird i.d.R. bei den Bienen im Herbst (Ende Oktober bis November) eingestellt. Das Volk ist dann brutfrei und ern\u00e4hrt sich von den eingelagerten Vorr\u00e4ten. Winterbienen leben etwa von September bis April des Folgejahres.<\/p>\n<p>Im <strong>Sp\u00e4twinter<\/strong> (Jan. bis M\u00e4rz, je nach Region) aktivieren die Bienen ihre K\u00f6nigin mittels besonders eiwei\u00dfreicher F\u00fctterung und diese beginnt mit der Eilage. Sie legt ein kleines (Handteller gro\u00dfes) Brutnest an. Die Architektur des Brutnests folgt dem Prinzip der optimierten W\u00e4rmehaltung; denn die Brut muss permanent auf gut 35 \u00b0C geheizt werden, um sich zu entwickeln. Das f\u00fchrt zu einer elliptischen bis kugeligen Anordnung der Brut \u00fcber mehrere Waben. Das spart den Energieumsatz und damit Futter.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Tagesl\u00e4nge und steigenden Tagestemperaturen im <strong>Fr\u00fchjahr <\/strong>wird das Brutnest erweitert, d.h., es ordnet sich auf immer mehr Waben an &#8211; nach dem o.g. Prinzip. Dabei legt die K\u00f6nigin ihre Eier in sog. konzentrischen Kreisen an &#8211; von innen nach au\u00dfen, von einer Wabe zur anderen. Die Waben werden somit &#8222;r\u00e4umlich gef\u00fcllt&#8220;, d.h., es wird nicht eine Wabenfl\u00e4che vollst\u00e4ndig mit Brut belegt und dann die n\u00e4chste Wabe best\u00fcckt, sondern die K\u00f6nigin legt ihr Brutnest auf mehreren Wabenvorder- und -r\u00fcckseiten gleichzeitig an, so dass die elliptisch\/kugelige Architektur beibehalten wird.<\/p>\n<p>Zur Weidenbl\u00fcte besitzt ein Bienenvolk i.d.R. eine ausreichende Population von 5.000 &#8211; 10.000 Bienen. Darunter sorgen Sammelbienen f\u00fcr die erste Eigenversorgung mit Pollen und Nektar.<\/p>\n<p>Die <strong>Gr\u00f6\u00dfe eines Bienenvolkes<\/strong> h\u00e4ngt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab &#8211; vom Nahrungsangebot (Pollen und Nektar) und damit indirekt vom Wetter und von der Legeleistung der jeweiligen K\u00f6nigin. Mit der Aufw\u00e4rtsentwicklung des Nahrungsangebots (der &#8222;Tracht&#8220;) w\u00e4chst das Bienenvolk stetig weiter. Ende April bis Mai befinden sich im Volk etwa 40.000 Individuen und es beginnt die sog. <strong>Schwarmzeit<\/strong>.\u00a0 Das Schw\u00e4rmen dient u.a. der Vermehrung und ist ein komplexer Prozess im gesamten Bienenvolk. Voraussetzung ist, dass neue K\u00f6niginnen herangezogen wurden, um dem Volk die weitere Existenz zu sichern.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchjahrshonig<\/strong><\/p>\n<p>Die erste Honigernte erfolgt i.d.R. nach der Rapsbl\u00fcte. Dazu werden die aufgesetzten Honigr\u00e4ume von den Bienen befreit und abgenommen. Wenn der Honig ausreichend getrocknet wurde, verdeckeln die Bienen die Honigwaben, um das kostbare Gut haltbar zu machen. Diese Wachsdeckel m\u00fcssen vor dem Schleudern entfernt werden, damit der Honig aus den Waben flie\u00dfen kann. Der Honig wird \u00fcber Siebe von Wachspartikeln gereinigt, nach Tagen abgesch\u00e4umt (Entfernung von Luft, kleinen Wachspartikeln) und zur Kristallisation ger\u00fchrt, bis er cremig ist. Danach erfolgt die Abf\u00fcllung in Verkaufsgebinde.<\/p>\n<p><strong>Sommerhonig<\/strong><\/p>\n<p>Entleerte Waben werden den V\u00f6lkern zur Reparatur und erneuter F\u00fcllung mit Sommerhonig zur\u00fcckgegeben. Im Pl\u00f6ner Seengebiet ist nach der Rapsbl\u00fcte jedoch erst einmal eine sog. Trachtl\u00fccke, d.h., es sind nur noch sp\u00e4rlich Bl\u00fcten zu finden. Wenn die Linde Ende Juni bl\u00fcht, \u00e4ndert sich das schlagartig &#8211; die Bienen beginnen begierig erneut zu sammeln.<\/p>\n<p><strong>Honigtau- oder Blatthonig<\/strong><\/p>\n<p>Einerseits gibt es Pflanzen, die Nektar auch neben den Bl\u00fcten ausscheiden &#8211; sog. extraflorale Nektarien besitzen, wie die Linden. Jeder kennt die klebrigen Tropfen, die sich unterhalb von Linden zum \u00c4rger so mancher Autobesitzer finden. Andererseits werden bei vielen B\u00e4umen durch bestimmte L\u00e4usearten, die auf den jungen Zweigen sitzen, sog. Honigtau erzeugt. Dazu stechen die L\u00e4use die Leitgef\u00e4\u00dfe der Pflanzen an, in denen kohlehydrathaltiger Saft in die Wurzeln geleitet wird. Daraus erzeugen sie eine zuckerhaltige Fl\u00fcssigkeit, den Honigtau. Dieser wird von den Bienen gesammelt und zu Honig verarbeitet.<\/p>\n<p>In Schleswig-Holstein ist dieser Honig eine Seltenheit; denn die Witterung mit wechselnden Regenschauern l\u00e4sst die L\u00e4usekolonien nur selten gedeihen.<\/p>\n<p><strong>Sp\u00e4tsommer<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Honigernte im Juli ist das Bienenjahr im Pl\u00f6ner Seengebiet zu Ende und der Zyklus beginnt von neuem. Wichtig f\u00fcr das \u00dcberleben der Bienen ist eine geeignete Behandlung nach der letzten Honigernte gegen den Parasiten Varroa constrictor, einer Milbe, welche die Bienen, insbesondere die Brut, bef\u00e4llt. Die Varroa Milbe schw\u00e4cht Brut und Bienen und \u00fcbertr\u00e4gt virale Infektionen, welche bei Nicht-Behandlung das Volk soweit schw\u00e4chen, dass es meist im Herbst \/ Winter verendet. Ein milbenarmes Volk geht mit starken Winterbienen in den Winter und kann Frosttemperaturen ohne Probleme \u00fcberleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; sind eine faszinierende Spezies &#8211; aufgrund einer \u00fcber Jahrmillionenen entwickelten inneren Organisation der Bienenv\u00f6lker. Sie ist das einizige Tier, welches f\u00e4hig ist, ihre notwendigen Lebensgrundlagen &#8222;aus sich selbst heraus&#8220; verf\u00fcgbar zu machen, abgesehen von einer \u00e4u\u00dferen Schutzbehausung (Baum- oder andere H\u00f6hlen). Honigbienen leben in sog. 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