{"id":66,"date":"2018-01-24T16:17:39","date_gmt":"2018-01-24T16:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/5seenhonig.com\/?p=66"},"modified":"2021-12-23T14:18:36","modified_gmt":"2021-12-23T14:18:36","slug":"was-bedroht-unsere-bienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5seenhonig.com\/?p=66","title":{"rendered":"Was bedroht unsere Bienen ?"},"content":{"rendered":"<p>In den Medien wird viel \u00fcber die Bedrohung der Honigbienen berichtet. Vieles ist begr\u00fcndet, anderes ist abgeschrieben und nur schlecht recherchiert. Nachfolgend eine kurze Betrachtung der Einflussfaktoren, die heute in Deutschland den Honigbienen das Leben und \u00dcberleben schwer machen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Landschaft und Nahrungsangebot<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die moderne Kulturlandschaft Deutschlands (und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern) hat sich mittlerweile stark ausgebreitet. Es gibt nur noch wenige d\u00fcnn besiedelte Gebiete mit Brachfl\u00e4chen bzw. Naturschutzgebieten oder sog. nachhaltig ausgerichteten Anbaumethoden. Die deutschen Erzeuger stehen in Konkurrenz, insbesondere mit Importg\u00fctern aus dem Ausland, die teilweise kosteng\u00fcnstiger bereitgestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Weiterhin sind gro\u00dfe Monokulturen anzutreffen (z.B. Rapsfelder, Maisfelder, Obstplantagen usw.), die einerseits die Vielfalt von Bl\u00fcten und damit ein zeitlich gestaffeltes Nahrungsangebot verhindern. Es kommt somit zu Hungerphasen, z.B. nach der Rapsbl\u00fcte, welche die Bienen nur m\u00fchsam kompensieren k\u00f6nnen. Der Imker versucht dem entgegenzuwirken, in dem ein Teil des gesammelten Honigs den V\u00f6lkern zur \u00dcberbr\u00fcckung solcher Mangelperioden belassen wird.<\/p>\n<p>Ideal sind Landschaften, die Bl\u00fctenpflanzen beherbergen, welche nacheinander aufbl\u00fchen und somit ein dauerndes Nahrungsangebot bieten. Man nennt dies ein &#8222;Trachtband&#8220;, das im besten Fall von der Weide, den Krokussen im Fr\u00fchling bis zu Sp\u00e4tbl\u00fchern im September \/ Oktober wie Efeu reicht. Dies ist jedoch nur noch in wenigen F\u00e4llen anzutreffen.<\/p>\n<p>Interessanterweise werden Stadtlandschaften attkraktiver, da einerseits ein vielf\u00e4ltiges Angebot von Bl\u00fchpflanzen in G\u00e4rten, Parks und Alleen existiert, andererseits keine wesentliche Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel (s.u.) angewendet werden. Daraus entwickelte sich die neuerlich aufkommende Stadtimkerei.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Schadstoffbelastung<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bienen sammeln Nektar aus den Bl\u00fcten und von Bl\u00e4ttern (Honigtau). Sind diese mit Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln benetzt, werden sie von den Bienen aufgenommen. Die derz. im Einsatz befindlichen Neonicotinoide sind chemisch Abk\u00f6mmlinge des Nikotins, einem Stoff, der auf das Nervensystem wirkt. Bei den Bienen f\u00fchrt dies zu Orientierungsst\u00f6rungen, so dass sie teilweise nicht mehr in den heimischen Stock zur\u00fcckfinden und verenden. Weiterhin kann es zu Symptomen wie Zittern (Kr\u00e4mpfe) und bisher unabsehbaren Langzeitbelastungen kommen, welche die Bienen nachhaltig sch\u00e4digen. Die V\u00f6lker sind in ihrer Resilienz (der F\u00e4higkeit sich zu erholen) erheblich gest\u00f6rt, \u00fcberleben dann eine gewisse Zeit noch, werden sp\u00e4ter aber durch andere Stressoren vernichtet.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Witterung und Klima<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Honigbienen sind in der Lage, sehr flexibel auf Wetter\u00e4nderungen zu reagieren. Sie haben in ihrer jahrmillionen dauernden Evolution schon sehr viele Extremzust\u00e4nde gemeistert. So k\u00f6nnen sie in geeigneten Behausungen (H\u00f6hlen jeglicher Art, inklusiv der sog. Bienenbeuten, d.s. die K\u00e4sten der Imker) zweistellige Minusgrade l\u00e4ngere Zeit \u00fcberstehen. Ebenso besitzen sie Ma\u00dfnahmen, in hei\u00dfen Sommern ihre Behausung mittels Wasserverdunstung und Luftbewegung zu k\u00fchlen.<\/p>\n<p>Jedoch sind die aktuellen klimatischen Ver\u00e4nderungen in Verbindung mit anderen negativen Einfl\u00fcssen eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Bienen. Relativ warme Winterperioden mit dauerhaften Temperaturen zwischen 0 und 10 \u00baC f\u00fchren zu einem dauerhaften Brutgesch\u00e4ft. Die Auswirkung dessen, insbesondere bei Anwesenheit von Varroamilben im Volk (s.u.), f\u00fchrt zu Effekten, die neu f\u00fcr die Bienen sind und deren \u00dcberleben bedrohen k\u00f6nnen. Dagegen sind kalte Winterperioden vorteilhaft, da sich die V\u00f6lker damit in die sog. Winterruhe begeben, eine nat\u00fcrliche Erholungsphase.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Parasiten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Aktuell bedroht die Varroamilbe (<em>Varroa destructor<\/em>) die westliche Honigbiene schlechthin. Aufgrund von verschiedenen Bienenvolktransporten aus dem urspr\u00fcnglichen Gebiet in S\u00fcdostasien, hat dieser Parasit in den 1970er Jahren Verbreitung nach Europa und anderen L\u00e4ndern der Welt gefunden. Im Ursprungsgebiet befiel diese Milbe \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche Bienenbrut (Drohnenbrut), bei der westlichen Honigbiene jedoch auch die weibliche Brut. Dies hat zur Folge, dass einerseits geschw\u00e4chte Bienen schl\u00fcpfen, andererseits Infektionen \u00fcbertragen werden, welche die\u00a0 Bienen zus\u00e4tzlich schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Medien wird viel \u00fcber die Bedrohung der Honigbienen berichtet. Vieles ist begr\u00fcndet, anderes ist abgeschrieben und nur schlecht recherchiert. Nachfolgend eine kurze Betrachtung der Einflussfaktoren, die heute in Deutschland den Honigbienen das Leben und \u00dcberleben schwer machen. 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